Kommentar 

Sind wir noch zu retten?

Schluss jetzt! Das muss der letzte Kommentar zur Frage sein, ob wir Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen.

23. Juli 2018  4 Minuten

Wie unmenschlich ist das, diese Flüchtlinge nicht vor dem Ertrinken retten zu wollen?

Abschiebungen sind per se unmenschlich.

Menschen zu bestrafen, die Leben retten, ist unmenschlich!

»Unmenschlich« – ein Wort, das sich seit dem Drama um das Rettungsschiff Der Kapitän der »Lifeline« stand in Malta vor Gericht, weil er sich bei der Rettung von 234 Menschen behördlichen Anweisungen widersetzt hatte (2018) »Lifeline« und mit Innenminister Seehofer freute sich bei einer Pressekonferenz an seinem 69. Geburtstag, dass 69 Afghanen aus Deutschland abgeschoben wurden (2018) über Abschiebung witzelnden Politikern wieder mehr Raum verschafft. Ein Wort, das im Bundestag wie in Kommentarspalten die tödlichen Tragödien zusammenfasst, die sich auf dem Mittelmeer keine 1.500 Kilometer von deutschen Grenzen entfernt abspielen. Ein Wort, um die Tiefe menschlicher Abgründe zu fassen.

Titelbild: Tobias Kaiser - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Berlin und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.


von Katharina Wiegmann 

Als Politikwissenschaftlerin interessiert sich Katharina dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie fragt sich: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist.

Themen:  Politik   Gesellschaft   Demokratie  

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