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9 Minuten

Das hilft, wenn kein Antibiotikum mehr wirkt

19. Februar 2018
Themen:

Moderne Antibiotika verlieren immer häufiger den Kampf gegen resistente Supererreger. Ein seit 100 Jahren wirksames Mittel kommt aus der ehemaligen Sowjetunion – die Phagen.



Sie bedrohen den medizinischen Fortschritt eines gesamten Jahrhunderts: Jeder kennt die Geschichten über resistente Keime wie das aggressive MRSA, Für gesunde Menschen ist der »Methicillin Resistente Staphylococcus Aureus« (MRSA) ungefährlich. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt und der Keim gelangt in eine offene Wunde, kann es zu schweren Infektionen kommen. Deshalb hört man besonders oft von Fällen aus Krankenhäusern. die seit Jahren Angst an deutschen Kliniken verbreiten.

Antibiotikaresistente Keime bedrohen den medizinischen Fortschritt eines gesamten Jahrhunderts.

Auch unsere Gewässer werden inzwischen von multiresistenten Keimen bevölkert: Anfang 2018 wurde nachgewiesen, dass antibiotikaresistente Erreger inzwischen auch Bäche, Flüsse und Badeseen in Niedersachsen besiedeln – wahrscheinlich ist das aber Die NDR-Sendung Panorama stieß die Untersuchungen an, nachdem ein Mann nahe Frankfurt in einen Bach gefallen und anschließend unter ungeklärten Umständen gestorben war (2018) in ganz Deutschland der Fall. Diese Keime sind ein unbestreitbares Risiko, auch wenn gesunde Menschen bei Kontakt mit den Erregern in der Regel nicht erkranken. Bei einer offenen Wunde oder einer eventuell nötigen Operation können die Erreger aber auch für gesunde, nicht-geschwächte Menschen zum Problem werden. Es besteht zudem das Risiko, dass die Bakterien beispielsweise in Kliniken oder Pflegeheime eingeschleppt werden.

Diese »Supererreger« lauern in immer größerer Zahl an immer mehr Orten. Antibiotika, die revolutionären Medikamente, die uns seit Jahrzehnten vor gefährlichen Bakterien schützen, verlieren an Stärke.

Um gegen die Bakterien aufzurüsten, müssen neue, noch stärkere Antibiotika her, oder?

In Osteuropa geht man seit Jahrzehnten einen ganz anderen Weg, um Bakterien zu vernichten und Menschenleben zu retten. Dringt die wundersame Phagen-Therapie nun auch Richtung Westen vor?

Fragen über Phagen

Phagen, das sind die zahlenmäßig häufigsten Lebewesen auf der Erde. Sie leben sowohl überall in der Umwelt als auch im Darm eines jeden Menschen. Schon einmal gehört?

Phagen, das sind die zahlenmäßig häufigsten Lebewesen auf der Erde.

Es handelt sich um Viren, die keine Menschen, sondern Bakterien befallen und zerstören. Sich im Kampf gegen Bakterien nun aber ausgerechnet mit Viren zu infizieren, klingt erst einmal wenig verlockend. Schließlich haben wir gelernt, dass einige Viren Herpes, Grippe oder sogar AIDS auslösen und wir daher einen Bogen um sie machen sollten. Aber Phagen sind spezielle Viren, die nur Bakterien etwas anhaben können – also die Erreger selbst krank machen.

Der kanadische Biologe Félix Hubert d’Hérelle hat die »Bakterienfresser« bereits 1917 entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Menschheit den Erregern schutzlos ausgeliefert. Entsprechend enthusiastisch wurde d’Hérelles Entdeckung gefeiert: Es kam zu einem regelrechten Phagen-Boom in Europa und den USA, nahezu alle Pharmafirmen setzten auf Phagen-Präparate – zum Beispiel gegen die tödliche Ruhr.

Mit dem Beginn der industriellen Produktion von Penicillin im Jahr 1942 fand diese kurze Blütezeit ein jähes Ende. Die Ära des Antibiotikums hatte begonnen – die Forschungsgelder für Phagen wurden zusammengestrichen.

Nicht so in Osteuropa: Im Kalten Krieg waren Antibiotika dort ein rares Gut, Der ideologische Graben zwischen Ost und West schnitt die Osteuropäer nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den westlichen Fortschritten im Umgang mit Antibiotika ab. Patente verhinderten die Massenproduktion sowjetischer Antibiotika und machten die Einfuhr sehr teuer. und so nutzte man weiterhin die Phagen als Bakterienjäger. Das georgische Eliava-Institut Das Institut wurde nach seinem georgischen Gründer Giorgi Eliava benannt. Eliava forschte zusammen mit d’Hérelle an den Phagen – zunächst am berühmten Pasteur-Institut in Frankreich, später gingen sie zusammen nach Tiflis und setzten ihre Arbeit dort fort. für Website des Eliava-Instituts für Bakteriophagen, Mikrobiologie und Virologie Phagen-Therapie entwickelte sich zum Zentrum der Forschung und belieferte zu seinen besten Zeiten mit 1.500 Wissenschaftlern und Mitarbeitern die gesamte Sowjetunion mit Medikamenten.

Zemphira Alavidze arbeitet seit vielen Jahrzehnten mit Phagen – Quelle: Zemphira Alavidze copyright

»Zu Sowjetzeiten wurde jeder – ob Groß oder Klein – erfolgreich mit Phagen behandelt, entweder mit Tabletten oder per intravenöser Injektion«, berichtet mir Zemphira Alavidze, medizinische Mikrobiologin des Phage Therapy Center in der Hauptstadt Tiflis.

Doch dann fiel der Eiserne Vorhang und innerhalb kürzester Zeit brach die großzügige Finanzierung des Kremls für Phagen weg. Der georgische Bürgerkrieg in den Jahren 1992–1993 Der »Georgisch-Abchasische Krieg« wurde zwischen der georgischen Regierung und Separatisten der Region Abchasien ausgetragen. Der Konflikt endete mit der Abspaltung von Abchasien vom georgischen Kernland. tat dann sein Übriges, um das einst florierende Institut verfallen zu lassen – und beinahe das gesamte Wissen aus jahrzehntelanger Arbeit mit ihm.

100 Jahre Medizingeschichte, bewahrt in Georgien

Trotz des Siegeszuges der Antibiotika blieben die Phagen im Osten – bis heute. »Phagen-Cocktails sind in jeder georgischen Apotheke rezeptfrei erhältlich und kommen in allen Kliniken zum Einsatz«, erklärt Zemphira Alavidze – gewissermaßen als Äquivalent zu unserem Breitband-Antibiotikum.

Die Zusammensetzung basiert auf den Erfahrungen aus 100 Jahren Medizingeschichte, die in den Virenbänken Georgiens bis heute überdauert hat. In der Praxis funktioniert das so: Haben Phagen den passenden Wirt gefunden, docken sie mithilfe ihrer Greifarme an (1), bohren die Zellwand auf und injizieren ihre DNA in die Zelle (2). Das gekaperte Bakterium stellt jetzt selbst Phagen her (3), bis seine Hülle zerstört wird und es eine Armada neuer Phagen auf ihren Beutezug entlässt (4). Vermehren sich die krank machenden Bakterien noch weiter, wächst die Phagen-Population mit, sind alle Bakterien getötet, Artikel in der »Wissenschaftlichen Rundschau« (2011) verschwinden ihre Jäger mit ihnen.

Auf diese Weise wurden zu Sowjetzeiten Millionen von Menschen therapiert – auch die Rote Armee zählte zu den Großabnehmern. Berichte über Nebenwirkungen sind nicht überliefert. Der Grund: Anders als Antibiotika beschränken sich die Phagen bei ihrer Arbeit nur auf Krankheitserreger, während Antibiotika nützliche und schädliche Bakterien gleichermaßen angreifen. Durchfall ist eine häufige Nebenwirkung von Antibiotika, weil auch gutartige Bakterien im Darm getötet werden und schädliche die Oberhand gewinnen.

Die Vorteile der Phagen-Therapie werden so langsam von Patienten aus aller Welt wiederentdeckt. »Aktuell kommen monatlich bis zu 10 ausländische Patienten zu uns, die in ihren Heimatländern aufgegeben wurden«, so Alavidze. Seit 2005 sind so über 1.300 Patienten behandelt worden. Sie kommen von allen Kontinenten nach Georgien – aus den USA, Kenia, Malaysia, Australien und auch aus Deutschland. Die Erfolgsrate liegt laut Alavidze bei 85–90%.

Wunderheilung gibt es nicht

Warum aber wird nicht längst bei uns mithilfe von Phagen Jagd auf die multiresistenten Bakterien in Kliniken, Fleisch und Gewässern gemacht?

3 Faktoren bremsen den Siegeszug der Virenarmee aus:

  1. Image- und Datenproblem: Die georgischen Wissenschaftler haben ihre Erfahrungen auf Russisch, Georgisch oder (nicht selten) gar nicht publiziert. So kommt ihre jahrzehntelange Forschung im Wissenschaftskosmos, in dem Englisch quasi Amtssprache ist, fast nicht vor. Damit gab es auch kaum Budgets für großangelegte – und damit kostspielige – Langzeitstudien nach westlichen Standards. Nur eine Handvoll kleinerer Studien aus den USA und Großbritannien untersuchten Phagen – Studie zur Wundbehandlung durch Phagen (englisch, 2009) und kamen zu dem Ergebnis, dass Studie zur oralen Anwendung von Phagen gegen Escherichia coli (englisch, 2005) der Einsatz unbedenklich ist.

    Ein 100 Jahre altes Konzept lässt sich – wenn überhaupt – nur schwer patentieren.

  2. Marktlogik greift nicht: Pharmaunternehmen stemmen kostspielige Studien und Zulassungsverfahren, Die Dokumentation »Dirty Money« deckt auf, wie die Marktlogik Pharmaunternehmen zu unmoralischen Handlungen verleiten kann (2018, Folge 3) um bei Marktreife damit Gewinne zu machen. Jedoch lassen sich Phagen-Präparate – wenn überhaupt – nur schwer patentieren: Zum einen ist das Konzept an sich bereits über 100 Jahre alt, zum anderen entwickeln sich die Phagen ständig weiter. So könnte es passieren, dass das neue Medikament nach langjähriger Entwicklung schon wieder an Wirkung verloren hat und somit nicht lange gewinnbringend verkauft werden kann.

    Auch private Investoren hegen Vorbehalte gegen eine »sowjetische Therapie«. »Seit vielen Jahren finden wir keine Kapitalgeber, die bereit sind, in Georgien zu investieren«, sagt Chris Smith, der früher für Apple und IBM tätig war und heute als CEO von Website von »Phage International« mit Sitz in Danville, Kalifornien Phage International in den USA tätig ist.

    Phagen haben ein passendes Bakterium gefunden und haben sich auf dessen Hülle festgesetzt – Quelle: Wikimedia Commons / Dr Graham Beards CC BY-SA
    »Ein leitender Angestellter der führenden Risikokapital-Gesellschaft Risikokapital-Geber investieren in junge Unternehmen und geben innovativen Unternehmensideen so Starthilfe – mit dem Wissen, dass die Idee scheitern und das Geld weg sein kann. Der Investor verdient erst an seinem eingesetzten Kapital, wenn das Produkt marktreif ist. in San Francisco teilte mir mit, dass niemand Geld in ›dieser Region‹ investieren werde.« Er befürchtet, dass eher »Hunderte von Millionen Dollar für die Suche neuer Antibiotika ausgegeben werden, anstatt Medikamentenresistenz mit einer bestehenden Lösung zu bekämpfen.«

  3. Langwierige Zulassungsverfahren: Verständlicherweise müssen Wirkmechanismus und Unbedenklichkeit neuer Arzneien bei den Gesundheitsbehörden detailliert nachgewiesen werden. Dabei wird in der Regel eine chemisch klar definierte Substanz bewertet. Ein sich ständig selbst veränderndes Heilmittel, das vielleicht sogar noch aus der Kombination verschiedener Phagen besteht, passt hier nur schwer hinein.

Glücklicherweise gibt es trotz dieser Hindernisse Menschen, die Menschenleben mit Phagen retten wollen – oder es sogar in Europa schon tun.

Es gibt eine europäische Phagen-Lobby – und das ist gut so

Professor Andrzej Górski, Leiter der Phagen-Therapie-Einheit des Website der »Phage Therapy Unit« am Ludwik Hirszfeld Institute für Immunologie und Experimentelle Therapie in Polen (englisch) Instituts für Immunologie und Experimentelle Therapie, hat sich in Breslau auf die vermeintlich hoffnungslosen Fälle mit langen Leidensgeschichten spezialisiert: »Wir behandeln bereits seit 12 Jahren Patienten mit MRSA mit sehr effizienten Phagen«, berichtet er mir.

In Breslau wird MRSA seit 12 Jahren mit der Phagen-Therapie behandelt.

Mit dem großen Wort »Heilung« möchte er vorsichtig sein. »Ich kann auf Basis unserer Daten sagen, dass wir den Gesundheitszustand von 40% unserer Patienten verbessern können.« Eine beachtliche Quote, wenn man bedenkt, dass er nur Patienten aufnimmt, die zuvor jahrelang erfolgslos mit der ganzen Bandbreite von Antibiotika behandelt wurden.

Górski kann nicht nachvollziehen, warum nicht schon viel mehr Menschen mit Phagen geholfen wird: »Das größte Problem ist mangelndes Wissen. Die Deklaration von Helsinki – Ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen des Weltärzteverband ›Deklaration von Helsinki‹ Artikel 37 der »Deklaration von Helsinki« erlaubt es Medizinern, im Einvernehmen mit dem Patienten noch nicht zugelassene Therapiemethoden zu nutzen, um sein Leben zu retten. des Weltärzteverbandes erlaubt es Ärzten, als letztes Mittel auch experimentelle Therapien zu nutzen.« Die Verantwortung liege in den Händen der Ärzte, die sich diesen Schritt allerdings erst einmal zutrauen müssen.

Ein belgischer Kollege von Professor Górski traut sich und leistet in Brüssel wichtige Pionierarbeit: Thomas Rose ist einer der Vorkämpfer, die die Phagen-Therapie auch in Westeuropa salonfähig machen wollen. »Wir behandeln seit einiger Zeit Verbrennungswunden, Atemwegs- und Blaseninfektionen mit verschiedenen Phagen«, lässt er mich wissen. Über 20 Patienten behandelte der Arzt am belgischen Militärkrankenhaus Königin Astrid in Brüssel.

Alle Behandlungsmethoden waren ausgeschöpft. Mit den Phagen konnten die Entzündungen deutlich zurückdrängt oder sogar auskuriert werden.

Die Not der Patienten war der Ansporn, sich wie in Polen auf die Deklaration von Helsinki zu berufen. Da es sich auch hier meist um hoffnungslose Fälle handelte, stieß er auf keine Widerstände. »Alle anderen Behandlungsmethoden waren ausgeschöpft. Mit den Phagen konnten wir die jeweiligen Entzündungen deutlich zurückdrängen oder sogar gänzlich auskurieren.«

Das unerbittliche Engagement von Rose und seinem Team trägt Früchte: »Seit Januar 2018 dürfen wir die Behandlung in Belgien unter Einhaltung vorgegebener Protokolle wie jede andere nutzen«, so Thomas Rose.

Das könnte auch in anderen europäischen Ländern funktionieren. Tut es auch: Die Phagen sind in Deutschland angekommen.

Phage4Cure – das deutsche Modellprojekt

Die Schraube der Antibiotikaresistenz lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Die erste deutsche Studie nach westlichen Standards heißt Die Website des Projekts befindet sich noch im Aufbau, liefert aber bereits zentrale Informationen »Phage4Cure« und läuft seit September vergangenen Jahres über 3 Jahre. Sie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 4 Millionen Euro ausgestattet. »Wir sind in der Gesundheitspolitik glücklicherweise auf offene Ohren gestoßen«, erzählt Christine Rohde zufrieden. Im Rahmen des Forschungsprojekts arbeitet Rohde für die »Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen« Website des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig (DSMZ) daran, Phagen auch in Deutschland als zugelassene Arznei zu etablieren. »Nun wollen wir in Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden einen Modell-Zulassungsweg für Phagen-Präparate entwickeln.«

Phagen bei der Arbeit: Deutlich sichtbar haben sie ein rundes Loch in den weißen Bakterienteppich gefressen – Quelle: Wikimedia Commons / Centers for Disease Control and Prevention public domain

»Eine Zukunft ganz ohne Phagen-Therapie ist nicht mehr denkbar – die Schraube der Antibiotikaresistenz lässt sich nicht mehr zurückdrehen«, sagt Christine Rohde ruhig, aber bestimmt. Nun gibt es aber einiges zu tun, um das Zulassungsproblem zu lösen: »Phagen sind eben anders als klassische Medikamente – kein anderes Arzneimittel repliziert sich am Infektionsort selbst.« Daher müssen die beteiligten Mediziner an der Charité in Berlin im Rahmen der Studie nachweisen, dass das Immunsystem der Patienten keine sich negativ auswirkende Abwehrreaktionen zeigt.

Die Behörden haben mittlerweile auch mitbekommen, welches Potenzial die Phagen haben.

Abwehrreaktionen sind aktuell vom BMBF jedenfalls keine zu erwarten – die Zeichen stehen auf Kooperation: »Uns wurde mitgeteilt, dass auch kleinere Studien genügen, weil 100 Jahre Erfahrung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion vorliegen, die für wenig nennenswerte Nebenwirkungen sprechen.«

Fahrplan für die Phagen-Geheimwaffe

Damit die Bakterienfresser auch in unserem Kulturkreis auf die Jagd nach resistenten Keimen gehen können, muss im Anschluss an »Phage4Cure« noch eine geeignete Infrastruktur geschaffen werden. Die Vision von Christine Rohde und ihren Kollegen umfasst 4 Ebenen:

  1. Suche: Das Fundament bilden Mikrobiologen, die ständig nach neuen Phagen suchen und deren Eigenschaften analysieren. Dazu gehören klinische Studien. Die nötigen Millionen müssen mangels Investoren von der EU oder den Einzelstaaten bereitgestellt werden.
  2. Produktion: Anschließend werden die Phagen an eine Produktionsstätte weitergegeben, gereinigt und nach höchstem pharmakologischen Standard reproduziert.
  3. Spezialisierte Kliniken: Die produzierten Phagen werden an einige spezialisierte Unikliniken geliefert, die als Zentren für die Phagen-Therapie fungieren.
  4. Kombination und Therapie: Ärzte legen eine Sammlung von genutzten Phagen an und entscheiden, welche Phagen-Kombination bei der individuellen Therapie zum Einsatz kommt.

»Wir hoffen sehr, dass sich die Politik nun weiterhin so kooperativ zeigt wie bisher.« – Christine Rohde, Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen

Dabei ist »individuell« das Schlüsselwort für die künftige Rolle der Phagen. Damit ist auch ihr Einsatz im Einzelfall gemeint: »Es kann nicht das Ziel sein, Antibiotika durch Phagen zu ersetzen«, stellt Christine Rohde vom DZMS klar. Denn: Phagen sind kein Allheilmittel. Vielmehr können sie unsere neue medizinische Geheimwaffe werden, um im Kampf gegen zähe »Supererreger« endlich wieder die Oberhand zu gewinnen.

Titelbild: picture alliance / Shotshop - copyright

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