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Stecker im Kopf? Was dieser Milliardär mit deinem Gehirn vorhat

Nach dem Stecker am Tesla, sind unsere Gehirne als nächstes dran. Elon Musk will dir Daten direkt ins Gehirn speisen. Weshalb wir ihm genau zuhören sollten.

28. Juli 2020  4 Minuten

Du wachst auf und bist noch ein wenig gerädert. Auf dem Weg zur Dusche entscheidest du, dass etwas Musik am Morgen gut wäre. Auf deinem Smartphone rufst du die »Hallo Wach«-Playlist auf, deren Musik über Implantate in deinem Kopf direkt in dein Gehirn gespielt wird.

Dann denkst du an deine Verabredung am Abend im spanischen Restaurant. Warum nicht gleich auf Spanisch bestellen? Mit einem Tipp aufs Smartphone beginnst du mit dem Wörterbuch-Download in deine grauen Zellen. Bis zum Abend dürfest du locker ein paar Hundert Wörter drauf haben …

Das klingt nach dem Science-Fiction-Klassiker »The Matrix«. Elon Musk diskutiert auf Twitter über die Zukunft des Musikstreamings (englisch, 2020) Doch genauso stellt sich Elon Musk die Zukunft vor. Und der Techmultimilliardär ist dafür bekannt, dass es bei ihm nicht nur bei Visionen bleibt, sondern dass er technische Innovationen aktiv vorantreibt. So brachte er schon das digitale Bezahlsystem Paypal an den Start, hob mit den wiederverwendbaren Raketen von SpaceX den privaten Raumflug aus der Taufe und ist mit seinem Unternehmen Tesla der Pionier der modernen E-Autos und des automatischen Fahrens.

Nun also Daten in Gehirne …

Dazu hat er im Jahr 2016 Neuralink gegründet, ein Neurotechnologieunternehmen in San Francisco, das genau an dieser Zukunftsvision arbeitet und Computer mit menschlichen Gehirnen verbinden will – ursprünglich für medizinische Anwendungen etwa bei Menschen mit Querschnittslähmung. Doch wie immer denkt Musk schon an die Privatwirtschaft. Über Twitter sucht er aktuell etwa Elektro-Ingenieur:innen, Programmierer:innen und IT-Spezialist:innen – ein Zeichen, dass er mit Neuralink ernst macht.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Gesundheit   Urbanes Leben   Technik  

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