Kommentar 

Mit der Grundrente gelingt, was bei »Hartz IV« seit Jahren schiefläuft

Die Grundrente könnte einen Systemwechsel einleiten. Unsere europäischen Nachbarländer zeigen schon lange, wie das geht.

10. Juli 2020  5 Minuten

In wenigen Monaten dürfte ich Post von der Deutschen Rentenversicherung bekommen. Dann nämlich werde ich 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben und bekomme zum ersten Mal die sogenannte Renteninformation. Darin kann ich nachlesen, wie hoch oder vielmehr wie niedrig mein aktueller Rentenanspruch ist. Aber ich habe ja noch Zeit, mich zu kümmern.

Für viele jüngere Menschen ist Rente ein fernliegendes, abstraktes Thema. Meine Generation hat sich in dem Wissen eingerichtet, dass die Rente nicht sicher ist. Eigentlich ist das ziemlich naiv. Denn gerade in Zeiten niedriger Einkommen, In diesem Text erkläre ich, wie sich die befristete Beschäftigung in Deutschland entwickelt hat befristeter Verträge, unbeständiger Berufsbiografien und fortschreitender Digitalisierung ist eine sichere Altersvorsorge von umso größerer Bedeutung.

Die Grundrente kann leicht als Angelegenheit missverstanden werden, die »nur« die älteren Menschen betrifft.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die jetzt beschlossene Grundrente zunächst einmal ältere Menschen betrifft. Hier hat das Ministerium wichtige Informationen zur Grundrente zusammengefasst (2020) Laut Bundesarbeitsministerium bekommen von 2021 an rund 1,3 Millionen Rentner:innen die Grundrente, Zumindest besteht der Anspruch ab dem 1. Januar 2021. Wegen des hohen Verwaltungsaufwands sind die Versendung der Grundrentenbescheide und die damit verbundenen Auszahlungen aber frühestens ab Juli 2021 möglich. die eigentlich ein Zuschlag zur vorhandenen gesetzlichen Rente ist. Profitieren sollen Menschen, die lange in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, wegen unterdurchschnittlicher Einkommen oder Phasen der Arbeitslosigkeit Im Fall der Arbeitslosigkeit übernimmt die »Agentur für Arbeit« die Beiträge für die Rentenversicherung. Diese Zahlungen sind aber nicht so hoch wie die Beiträge aus der vorangegangenen Beschäftigung. aber nur geringe Rentenansprüche erworben haben. Wer mindestens 33 Jahre lang Rentenbeiträge geleistet hat, hat Anspruch.

Titelbild: Arthur Yeti - CC0

von Stefan Boes 

Kennst du auch das Gefühl, 1.000 Dinge tun zu wollen – oder zu müssen? Wie nutzt du die Zeit, die du hast? Stefan geht aus soziologischer Perspektive der Frage nach, wie eine neue Zeitkultur aussehen kann – und wie wir Zeit gestalten können, ohne immer nur hinterherzurennen. Dazu gehört auch die Frage, wie die Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Privatleben gelingen kann.

Themen:  Gerechtigkeit   EU-Politik   Politik  

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