PD Daily 

Können wir Probleme im Schlaf lösen?

»Schlaf mal ’ne Nacht drüber«, lautet ein gut gemeinter Rat. Die Wissenschaft zeigt: Da könnte tatsächlich etwas dran sein.

9. Juni 2020  5 Minuten

Eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt – das ist nicht nur ein Sprichwort, sondern auch ein uraltes Bildsymbol aus dem alten Ägypten. Es heißt, dass dieses Symbol den Chemiker August Kekulé einst im Traum ereilte. Als er am Morgen aufwachte, war ihm klar: Die Form des chemischen Moleküls Benzol, über die er sich so lange den Kopf zerbrochen hatte, war ringförmig! Für diese Entdeckung ist Kekulé, zumindest in der Naturwissenschaft, bis heute bekannt. Kekulés Erkenntnisse bilden bis heute unter anderem die Basis für die Gewinnung synthetischer Farbstoffe.

Mehr als ein Jahrhundert später soll dem Beatles-Sänger Paul McCartney etwas ganz Ähnliches passiert sein: Eines Morgens sei er mit einer Melodie im Kopf aufgewacht, die die Grundlage für den Beatles-Hit »Yesterday« Kurze Erinnerung an den Ohrwurm:
»Yesterday

All my troubles seemed so far away

Now it looks as though they’re here to stay

Oh, I believe in yesterday.« (usw.)
bildete.

Während Kekulé und McCartney sich die ideenfördernde Wirkung des Schlafes eher zufällig zunutze machten, versuchten andere, sie gezielt einzusetzen.

Der US-amerikanische Erfinder Thomas Edison soll beispielsweise folgende Routine gehabt haben: Mittags setzte er sich auf einen Schaukelstuhl, zu seinen Füßen eine eiserne Bratpfanne, in den Händen 2 Kugellager. Döste Edison nach einer Weile ein, glitten die Kugellager aus seiner Hand und schlugen scheppernd auf der eisernen Pfanne auf – das wiederum ließ Edison aus seinem Nickerchen aufschrecken. Nach dem Aufwachen schrieb Edison dann alle Gedanken auf, die ihm in den Sinn kamen.

Edison, der nicht nur als Erfinder der Glühbirne in die Geschichte einging, sondern insgesamt mehr als 1.000 weitere Patente angemeldet hat, schien zumindest irgendetwas richtig gemacht zu haben, wenn es um Ideenfindung geht.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Lara Malberger 

Das Netz ist voller Tipps und Ratschläge – und Menschen, die damit ihre Probleme lösen wollen. Doch meistens gibt es nicht »die« eine richtige Lösung. Aber was ist sinnvoll? Und was kann weg? Um so nah wie möglich an eine Antwort heranzukommen, hat Lara Wissenschaftsjournalismus mit Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin in Dortmund und Digital Journalism in Hamburg studiert.

Themen:  Psychologie  

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