Kommentar 

Wie ein Konjunkturpaket entsteht, das die Gesellschaft wirklich voranbringt

Der Staat verteilt jetzt Geld, um die Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen. Besonders kreativ wird er dabei nicht. Inspiration könnte der US-Bundesstaat Hawaii liefern.

5. Juni 2020  6 Minuten

6.255 Euro allein für Betreuung und die Beschulung eines Grundschulkindes stehen auf der Rechnung, Hier berichtet das Onlinemagazin »Edition F« über Karin Hartmann und unter dem Hashtag CoronaElternRechnenAb die Karin Hartmann in Woche 9 der Coronakrise an die Landesregierung NRW schickte.

Dabei ist der Stundensatz nicht einmal besonders hoch angesetzt: 15 Euro für die Betreuung und 25 Euro für den Heimunterricht. Bei 3 Kindern kommt schnell einiges an Stunden zusammen. Der Punkt, den Hartmann und nach ihr auch viele andere Frauen mit ihren Rechnungen machten, die sie in sozialen Medien unter #CoronaElternRechnenAb teilten: Sorgearbeit gibt es nicht umsonst. Irgendjemand bezahlt immer dafür. Beitrag der Philosophin und Feministin Nancy Fraser zur Sorgearbeit im Kapitalismus (englisch, PDF) Entweder der Staat, was ja nichts anderes bedeutet, als dass wir alle diese Kosten als Solidargemeinschaft tragen.

Oder eben die Person, die das Wickeln, Vorlesen, Kochen, Putzen und Betreuen übernimmt und während dieser Zeit keiner Lohnarbeit nachgehen kann, keine Rentenpunkte erarbeitet, nichts spart. In den allermeisten Fällen sind das Frauen. Dass vor allem sie es waren, die während der Coronakrise zurückgesteckt haben, dafür liegen sogar schon Zahlen vor. »Während männliche und weibliche Beschäftigte ähnlich oft von Kurzarbeit betroffen sind, haben spürbar mehr Frauen (24 Prozent) als Männer (16 Prozent) die Arbeitszeit auf anderem Wege reduziert«, heißt es in einer

Titelbild: Simon Rae - CC0

von Katharina Wiegmann 

Als Politikwissenschaftlerin interessiert sich Katharina dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie fragt sich: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist.

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