Reportage 

Wenn dein Leben von einer bezahlbaren Tube Sonnencreme abhängt

Lange wurden Menschen mit Albinismus in Tansania verfolgt, verstümmelt und getötet. Jetzt durchbrechen sie den Teufelskreis aus Armut und Ausgrenzung – und fordern ihren rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft ein.

28. Mai 2020  16 Minuten

Der Tansanier Fabian Kangambili wächst in einem Bergdorf mit dem Namen Mgeta Das kleine Dorf liegt ca. 5 Autostunden von Tansanias größter Stadt Daressalaam entfernt. in einer heißen und trockenen Region des Landes auf. Von Anfang an bestimmen Schicksalsschläge sein Leben. Sein Vater verlässt die Familie, nachdem er seinen Sohn Fabian das erste Mal gesehen hat. Seine Mutter ist nicht in der Lage, sich um den kleinen Jungen zu kümmern, sie leidet an einer psychischen Störung.

Schließlich kommt Fabian Kangambili bei seiner Tante unter. Sie hat Angst um ihn und lässt ihn nur selten allein raus. Der Grund: Er sieht auf den ersten Blick anders aus als die anderen Menschen und das kann in seinem Fall in Tansania lebensgefährlich sein.

Fabian Kangambili wird vor 24 Jahren mit weißer Haut geboren, mit hellen Haaren und dunklen Augen, mit denen er nur schlecht sehen kann. Er hat Albinismus, Albinismus ist ein Stoffwechseldefekt, die Bildung des Pigments Melanin ist bei Erkrankten gestört. Die Haut bildet Melanin zum Schutz vor der Sonne, ohne Melanin kann die Haut nicht braun werden und entwickelt so schneller Sonnenbrand. Es gibt verschiedene Formen von Albinismus. Der häufigste Fall ist der »okulokutane Albinismus«, dabei sind von der Stoffwechselstörung Haut, Haare und Augen betroffen. Beim »okulären Albinismus« sind lediglich die Augen der Erkrankten von der mangelhaften Melaninproduktion betroffen. Weitere Informationen findest du hier.

Titelbild: Tobias Zuttmann - copyright

von Astrid Benölken, Hannah Lesch, Björn Rohwer & Tobias Zuttmann 

Eigentlich schreibt Astrid Benölken vor allem Texte über Kultur, Hannah Lesch über Wissenschaft und Gesundheit, Björn Rohwer über Musik und Spiele und Tobias Zuttman über Sport. Die vier verbindet eine Begeisterung für Auslandsjournalismus und konstruktive Geschichten aus Ländern, aus denen man sonst oft nur schlechte Nachrichten liest. Für zwei Monate reisten sie durch Tansania und begegneten dabei Menschen und Initiativen, von denen wir auch in Deutschland viel lernen können.

Themen:  Gerechtigkeit   Gesellschaft   Afrika  

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