PD Daily 

Verändert der Mund-Nasen-Schutz unsere Kommunikation?

Die Antwort ist nicht so einfach. Das sagen ein Sprachwissenschaftler und eine Psychologin dazu.

26. Mai 2020  5 Minuten

Ein Lächeln reicht und wir wissen, ob unser Gegenüber uns wohlgesonnen ist oder nicht – eigentlich. Denn seit der Mund-Nasen-Schutz vielerorts verpflichtend ist, etwa in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln, ist manchmal schwer zu erkennen, ob jemand unter einer Maske lächelt oder nicht. Verändert das die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren?

So wichtig ist die Mimik für die Kommunikation

Klar ist: Worauf wir achten müssen, damit unsere Körpersprache nicht zu Missverständnissen führt, schreibt Bernhard Eickenberg hier Die Mimik ist ein wichtiger Teil des zwischenmenschlichen Miteinanders. Über unseren Gesichtsausdruck senden wir unbewusst Botschaften darüber aus, wie wir uns gerade fühlen. Insgesamt sind 23 Gesichtsmuskeln dafür verantwortlich, Sprache und Handeln mit der passenden Mimik zu untermalen – dazu zählt längst nicht nur die Mundbewegung.

Lange gingen Forscher:innen davon aus, das uns mit den Gesichtsmuskeln auch eine universale Mimik angeboren ist: Freude, aber auch Angst, Erstaunen, Ärger, Trauer und Ekel, so die These, würden alle Menschen gleichermaßen im Gesicht des Gegenübers erkennen und eindeutig zuordnen können.

Würden Emotionen aber allein über den Gesichtsausdruck vermittelt, hieße das auch, dass mit dem Mund-Nasen-Schutz dieser universelle Code der Emotionen nicht mehr gesendet werden kann. Doch so ganz stimmt das nicht. Denn mittlerweile gibt es Zweifel an der These von den universalen emotionalen Gesichtsausdrücken.

Titelbild: pexels - CC0

von Lara Malberger 

Das Netz ist voller Tipps und Ratschläge – und Menschen, die damit ihre Probleme lösen wollen. Doch meistens gibt es nicht »die« eine richtige Lösung. Aber was ist sinnvoll? Und was kann weg? Um so nah wie möglich an eine Antwort heranzukommen, hat Lara Wissenschaftsjournalismus mit Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin in Dortmund und Digital Journalism in Hamburg studiert.

Themen:  Gesellschaft   Psychologie  

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