PD Daily 

5 Jahre in Quarantäne: »Fühlen sich nun alle Menschen da draußen in der Welt wie wir?«

Ein Vater, der im Jemenkrieg lebt, sorgt sich um seine Kinder in Deutschland. Mit diesem liebevollen Brief will er ihnen Hoffnung geben – und berührt uns alle.

24. April 2020  5 Minuten

Meine lieben Kinder,

ich hoffe, euch geht es gut. Euer Baba Ahmed »Baba« ist im Arabischen der Kosename für den Vater. »Mama« für die Mutter. schickt euch diesen Brief aus dem Jemen.

Bei unserem letzten Gespräch habt ihr mir erzählt, wie sich euer Leben durch die Coronakrise in Deutschland verändert hat – vom Schulausfall bis hin zu den alltäglichen Einschränkungen. Aber ich gehe davon aus, dass ihr auch zu Hause euer Bestes für die Schule gebt. Denn nie hat euch etwas vom Lernen abgehalten und ich weiß, dass ihr die Chancen in Deutschland wertschätzt, die ihr im Jemen nicht gehabt hättet. Ihr habt schon viel erreicht – obwohl ihr erst vor ein paar Jahren als Flüchtlingskinder Wie der Jemenkrieg begann, liest du in Juliane Metzkers Beitrag »Viele wissen nicht einmal, ob Jemen ein Land oder etwas zu essen ist« einem kriegserschütterten Land und einem blutigen Konflikt entkommen wart.

Was mich betrifft und die Nachrichten aus dem Jemen, nach denen ihr nicht müde werdet, zu fragen: Es ist alles wie gehabt. Macht euch keine Sorgen, denn wir überleben. Dennoch ist das Leben hier nicht einfach und wir harren unter der Belagerung aus. Auch Deutschland verkauft weiterhin Waffen an die Kriegsallianz im Jemen Immer noch sterben unschuldige Zivilisten bei Zusammenstößen an den Fronten und bei Luftangriffen.

Mit Illustrationen von Doğu Kaya für Perspective Daily

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