PD Daily 

Du musst dich in der Krise nicht neu erfinden – aber du kannst an ihr wachsen

Das Kontaktverbot ändert unsere Gewohnheiten, Arbeitsweisen, Hobbys und Beziehungen. Das geht auch an unserer Identität nicht spurlos vorüber. Das Konzept der »Selbstexpansion« kann uns helfen, diese Veränderungen zu bewältigen.

15. April 2020  4 Minuten

All das, womit wir uns täglich beschäftigen, der Beruf, Hobbys, Freunde oder die Mitgliedschaft im Verein, beeinflusst in großen Teilen unsere Identität. Wir sehen uns als Studentin, als Naturfreund, als Kunstliebhaberin, als Workaholic und tragen diese Etiketten mit Stolz. Doch Veränderungen gehören unweigerlich zum Leben dazu und somit sind auch unsere Etiketten vergänglich – und so ein Verlust kann weh tun.

Ist die Ausübung eines Hobbys, Sports oder des Berufs nicht mehr möglich, wird man gleichzeitig um den Teil des Selbst beraubt, der sich mit diesen Aktivitäten identifiziert. Allein das Älterwerden beispielsweise heißt Abschiednehmen von früheren Rollen und Lebensabschnitten, das höhere Alter verändert Leistungsfähigkeit und Aussehen.

Bei einem Beziehungsaus verschwinden gleichzeitig oft Familie und Freunde der Partnerin oder des Partners aus dem Leben sowie gemeinsame Erinnerungen und Rituale. Ohne das, was einen lange so ausgemacht hat – wer ist man dann? Nach einer Trennung fällt die Antwort auf diese Frage Wie sich eine Trennung auf die eigene Identität auswirken kann, liest du in dieser Studie (englisch, 2009, Paywall) gleich bescheidener aus. Die oder der frisch Getrennte muss nicht nur den Verlust eines wichtigen Menschen, sondern auch den verlorenen Teil seiner selbst beklagen,

Titelbild: Fares Hamouch - CC0

von Anna Oostendorp 

Anna Oostendorp hat Psychologie und Verhaltenswissenschaften in den Niederlanden studiert. Derzeit schließt sie ihre Promotion an der TU München ab. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Motivation und Selbstkontrolle.

Themen:  Psychologie  

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