Interview 

Wie die EU still und leise die Weltwirtschaft lenkt – auch in der Krise

Während der Pandemie wirkt die EU uneins, langsam in der Reaktion und viel zu bürokratisch. Warum sie das zur stillen Supermacht gemacht hat, erklärt Autorin Anu Bradford im Interview.

1. April 2020  9 Minuten

Manchmal werden Recherchen von der Gegenwart überrollt. Plötzlich hört sich ein Satz, der vor wenigen Wochen noch für einen Aha-Effekt sorgte, schon wieder überholt an.

Genauer gesagt handelt es sich um den Titel eines Vortrags, den die Jura-Professorin Anu Bradford Anfang März beim European Council on Foreign Relations in Berlin hielt: »Der Brüssel-Effekt: Wie die EU die Welt regiert«. Anu Bradfords Buch über den »Brüssel-Effekt« kannst du hier bestellen Das gleichnamige Buch ist Ende März erschienen.

Heute gibt die EU kein besonders mächtiges Bild ab. Während der Coronakrise wirkt sie zerfasert: Frankreich und Deutschland verkünden ein Die »Welt« berichtet über das deutsche Exportverbot von Atemmasken (2020) Exportverbot von Schutzausrüstung (das allerdings kurz darauf wieder aufgehoben wird). Die »Westdeutsche Zeitung« berichtet über die polnischen Grenzschließungen (2020) Polen und andere Länder schließen die Grenzen.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Felix Franz 

Felix Franz arbeitet als freier Journalist in Berlin für internationale Fernsehsender wie die BBC und schreibt Reportagen, wenn er unterwegs ist. Manchmal filmt er auch mit seinem Gimbal und kombiniert die unterschiedlichen Formate. Er interessiert sich für Demokratie, Gesellschaft und Umwelt.

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