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»Das geht nicht!« ist ein schlechter Berater

Lies hier schon jetzt einen exklusiven Auszug aus dem Buch »Globaler Klimanotstand«, das am 23. März erscheint.

9. März 2020  12 Minuten

Sie tritt in die Pedale, als würde sie verfolgt. Den Fahrtwind in den Haaren, die Dorfstraßen scheinen an ihr vorbeizufliegen. Ein letztes Mal der Blick zurück. Nicht, weil sie verfolgt wird, sondern falls da doch ein Auto kommen sollte. Links abgebogen, geht es an den Anstieg. Der einzige Berg – streng genommen wohl eher ein Hügel – weit und breit.

»Warum sagen immer alle: Das geht nicht!« Sie steigt aus dem Sattel. »Was, wenn jeder einfach einen Euro geben würde?« Ihr Herz schlägt bis zum Hals. »Was könnten wir damit anstellen? Welche Probleme lösen? Könnten wir so Ungerechtigkeit beenden?«

Wie naiv! Was für eine bescheuerte Idee! Wie soll das denn funktionieren? Wer sorgt dafür, dass alle mitmachen? Wer soll das verwalten? Von der Verteilung ganz zu schweigen. Das ist was für Profis! »Ich bin für Realitätssinn. Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis«, sagte FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner im März 2019 der »Bild am Sonntag«. Seine Aussage sorgte für viel medialen Gesprächsstoff und »eine Sache für Profis« wurde zur vielgenutzten Floskel.

Was wäre, wenn alle politischen Entscheidungen auf ihren Beitrag zum Klimaschutz geprüft würden? Das ist die Prämisse des neuen Buches von Graeme Maxton, ehemaliger Generalsekretär des Club of Rome, an dem die Perspective-Daily-Gründer Maren Urner und Felix Austen mitgewirkt haben. Es erscheint am 23. März 2020.

Bildquelle: Komplett-Media

Titelbild: Kyle Johnson - CC0

von Maren Urner 

Maren hat in Neurowissenschaften promoviert, weil sie unser Denkapparat so fasziniert. Die schlechte Nachricht: Wir sind weit davon entfernt, unser Gehirn zu verstehen. Die gute Nachricht: Unser Gehirn ist veränderbar, und zwar ein Leben lang. Wahrnehmungen, Gewohnheiten und Entscheidungen sind also offen für unsere (Lern)-Erfahrungen. Und damit auch für die Erkenntnis: Ich habe mich getäuscht!

Themen:  Gesellschaft   Psychologie   Klima  

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