Wie leben Frauen in einer digitalen Welt, die von Männern gebaut wird?

Weil Apps und Geräte vor allem von Männern stammen, kommen die Bedürfnisse von Frauen oft zu kurz. Strategien, das zu ändern, gibt es bereits. Funktionieren sie?

26. Februar 2020  11 Minuten

Ferdous Nasri hatte Glück, dass sie mit 2 Jungen aufgewachsen ist. Sie war bei allem dabei, was ihre beiden Cousins machten: Skaten, Videospiele, an Computern basteln – »Jungszeug« eben. Etwas anderes kannte sie nicht. Sonst hätte sich Nasri nach dem Abitur vielleicht nie für Bioinformatik Die Bioinformatik löst Probleme aus Medizin und Biologie mithilfe computergestützter Methoden. eingeschrieben. Sie kam damals nicht auf die Idee, dass sie als Frau in diesem Fach eine Besonderheit sein könnte. Sie dachte: »Ich mag Computer und ich schaue gerne Videos.« Was ein Terminal ist oder wie das aussieht, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das Terminal ist (in diesem Zusammenhang) die Schnittstelle zwischen Benutzerin und Computercode. Im Terminal wird der Code einer Software geschrieben oder verändert.

Erst ihr Umfeld verunsicherte sie: »Plötzlich hörte ich von meinen Freunden Sätze wie: ›Da bist du ja dann nur unter langhaarigen Nerds.‹ Ich bekam auf einmal Angst, dass da alle diesem Klischee entsprechen werden.« Nasri fing an zu zweifeln.

Ihr zweites Glück: Noch bevor ihr Studium anfing, stieß Nasri auf einen Einstiegskurs zum Programmieren von Hier geht es zur Website von »code curious« code curious.

Mit Illustrationen von Doğu Kaya für Perspective Daily

von Anina Ritscher 

Anina Ritscher hat an der Reportageschule Reutlingen schreiben gelernt. Sie studiert zurzeit European Global Studies und beschäftigt sich als Journalistin mit Arbeit, Feminismus und Netzpolitik.

Themen:  Internet   Gesellschaft   Gerechtigkeit  

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