PD Daily 

Wie die Textilbranche ganz einfach 20% Stoff einsparen kann

Mit einer Idee, die auch beim Plätzchenbacken zum Einsatz kommt, will dieses Start-up schon vor dem Nähen Müll vermeiden.

6. Dezember 2019  3 Minuten

Vorweihnachtszeit ist Backzeit. Sterne, Tannenbäume und Herzen ausstechen, dazwischen möglichst wenig Platz lassen – das war immer Omas Devise. Doch während übriger Plätzchenteig in den Mündern von Naschkatzen landet oder einfach neu verknetet und weiterverwendet werden kann, lässt sich der Ausschuss in anderen Bereichen nicht so leicht weiterverwenden.

In der Modebranche wird dieser Ausschuss »Verschnitt« genannt. Grund sind die Schnittmuster; diese werden meist einzeln auf den Stoff gelegt und dann ausgeschnitten. Was übrig bleibt, landet auf dem Müll. Hier informiert »Greenpeace« über Verschwendung in der Modeindustrie (2018) Experten schätzen, dass so bei der Kleidungsproduktion rund 20% der Stoffe ungenutzt bleiben. Bei bis zu 12 Kollektionen, die laut Umweltbundesamt jedes Jahr in den Modeläden landen, kommt einiges zusammen. Das Umweltbundesamt spricht von 12 neuen Modekollektionen, die jedes Jahr in den Läden landen – vor wenigen Jahrzehnten waren es noch 2: eine Frühjahrs- und eine Herbstkollektion. Unter dem Stichwort »Ultra Fast Fashion« wird dieser Trend aber noch gesteigert: Manche Firmen bringen fast jede Woche neue Designs raus, um den Konsum zu steigern. Mit Erfolg: Jede und jeder Deutsche kauft im Schnitt 12 Kilogramm Bekleidung pro Kopf und Jahr. Zugleich sortieren die Haushalte hierzulande jährlich mehr als 1,5 Milliarden Textilien aus.

Titelbild: Mel Poole - CC0

von Vincent Suppé 

Vincent Suppé studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie. Nach einem Jahr bei der »Münchner Abendzeitung« besuchte er die Deutsche Journalistenschule. Seit seinem Abschluss leitet er das Factchecking-Team des funk-Formats »Walulis« und arbeitet als freier Autor für verschiedene Zeitungen. Gerne schreibt er über München und seine Bewohner.

Themen:  Konsum   Nachhaltigkeit  

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