PD Daily 

Diese Menschen fürchten, alles zu verlieren, was ihnen wichtig ist

Eigentlich wollte Gesundheitsminister Jens Spahn die Situation von Beatmungspatienten verbessern. Jetzt könnte sein Gesetzentwurf dazu führen, dass viele Menschen mit schweren Behinderungen im Pflegeheim landen. Aber sie wissen sich zu wehren.

15. November 2019  4 Minuten

Auch Menschen mit Behinderungen wollen ein selbstbestimmtes Leben führen. Die Behindertenbewegung hat seit den 80er-Jahren verschiedene Modelle entwickelt, damit Menschen mit Behinderung nicht ständig auf ihre Eltern oder Partner angewiesen sind oder im Heim leben müssen. Eines dieser Modelle ist die persönliche Assistenz. Mit Unterstützung durch Assistentinnen und Assistenten können auch Menschen, die einen hohen Pflegegrad Pflegegrade haben zu Beginn des Jahres 2017 das bisherige System der Pflegestufen abgelöst. Grund dafür war, dass demenzerkrankte Menschen bis dahin keinen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung hatten. Die neuen Pflegegrade richten sich danach, wie stark die Selbstständigkeit oder die Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person beeinträchtigt sind. Die 5 Pflegegrade sind abgestuft: von geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (Pflegegrad 1) bis zu schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen (Pflegegrad 5). haben, in ihren eigenen 4 Wänden wohnen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Ein Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums könnte diese Errungenschaften für Menschen, die Hilfe zum Atmen benötigen, demnächst zunichtemachen. Gegen den Entwurf des Hier kannst du den Entwurf ansehen Reha- und Intensivpflegestärkungsgesetzes, kurz RISG,

Titelbild: Anna Spindelndreier | Gesellschaftsbilder.de - copyright

von Kirsten Achtelik 

Kirsten Achtelik beschäftigt sich mit Feminismus und Behindertenpolitik. Über Fragen von Selbstbestimmung, Normalisierung und Diskriminierung schreibt sie auch ihre Dissertation. Sie lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin und hält Vorträge im deutschsprachigen Raum.

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